mbh-Impuls 11: Lebensgeschichten

mbh-Impuls 11: Lebensgeschichten
mbh-Impuls 11: Lebensgeschichten

Unser mbh-Impuls 11: Lebensgeschichten greift die Idee auf – Was haben wir eigentlich aus unserem Leben zu erzählen? Denn wir alle lieben Geschichten. Doch bleibt die Frage: Wann haben wir denn Lebensgeschichten zu erzählen? Was braucht es dafür? Ein kleiner Ausflug ins Leben…

Bei meiner Arbeit mit einem meiner Klienten sind wir an den Punkt gekommen, dass er sich in seinem Leben und mit seinem Leben nicht mehr so richtig wohlfühlt. Irgendwie fehlt ihm der „Wert“ in seinem Leben.

Wir haben uns dann dem Thema darüber genähert, dass wir einmal gesammelt haben, in was für Situationen, bei was für Tätigkeiten, er sich wohlgefühlt hat. Die Sammlung fiel ihm durchaus schwer, denn erstmal war sein Horizont nur auf die nähere Vergangenheit gerichtet. Wir mussten erst weiter in seine Lebensgeschichte eintauchen, ältere Impulse angehen, bevor wir hier fündig wurden.

Ein ganz starkes Bild, dass plötzlich auftauchte, war die Erinnerung bei seinen Großeltern zu sitzen und zu lauschen, welche Geschichten diese so zu erzählen hatten. „Das waren Lebensgeschichten, beeindruckend, spannend, interessant, manchmal traurig, aber ich fühlte mich immer wohl in dieser Situation. Das ist eine wirklich wertvolle Erinnerung, hier hatte Leben einen Wert.“ Das war sein Urteil am Ende der Schilderung.

Wir haben noch ein paar andere werthaltige Erinnerungen ausgegraben, aber diese war für diesen Tag die prägendste. Auf einmal stand nämlich von ihm auch die Frage im Raum: „Welche Lebensgeschichte hätte ich denn zu erzählen? Was kann ich meinen Kindern, Enkeln aus meiner Lebensgeschichte erzählen?“

Ein Impuls für die eigene Geschichte

„Welche Geschichte würden Sie denn gern erzählen, wenn ich jetzt Ihr Kind wäre?“, so meine Reaktion, die zu einem langen Schweigen führte. Da war sie wieder die Frage nach „welcher Aktion meines bisherigen Lebens ordne ich denn einen Wert zu“?

Eine Geschichte wurde es nicht, aber wir fingen an Dinge zu sammeln, auf die er stolz war. Wir trugen Erreichtes und Erlebtes zusammen, dem er doch bei aller Mühe der Arbeit daran, einen Wert zumessen konnte. Etwas, das positiv besetzt war.

Am Ende stand immerhin eine gut gefüllte FlipChart-Seite mit rund 20 Punkten.

„Das sind doch Lebensgeschichten, die Sie erzählen können, oder nicht?“ So traten wir in eine erste Reflektion dazu ein.

Die Antwort war ein klares, überzeugtes JEIN. Das alles waren Erfolge, Erlebtes, die aus Lernen, Arbeiten, schulischem Wissen resultierten. Doch sollte die Lebensgeschichte nur eine Erfolgsstory aus Arbeit sein? Nein!

„Ich lebe, aber nicht richtig…“ – das war ein weiterer Schritt der Erkenntnis. Daher sammelten wir nun im Dreieck Geschichten der Großeltern, eigene Erfolge, Fehlendes die Themen, die für die Leere in ihm sorgten.

Letzten Endes war die Lösung sehr einfach. Wie so häufig ging es um einen Wechsel von Prioritäten. Andere Dinge tun zu wollen, als bisher, weil das Wunschmaß an Erfolg für die bisherigen Tätigkeiten erreicht war. Es gab hier keine Steigerung mehr. Hier war mein Klient satt, aber den Hunger an anderen Themen wollte er sich (noch) nicht eingestehen.

Inzwischen sind die Prioritäten nachhaltig verändert, sein Leben hat wieder einen Wert und bei unserem letzten Kontakt berichtete er mir stolz, dass er jetzt schon mindestens zwei wirkliche Lebensgeschichten hätte, die er berichten könnte.

Unser mbh-Impuls 11: Lebensgeschichten

Das Zitat zu unserem heutigen mbh-Impuls 11: Lebensgeschichten finde ich daher so extrem passend.

Hast Du denn Deine Lebensgeschichten schon gesammelt? Oder suchst Du auch noch nach einem „Wert“ in Deinem Leben?

Der Wechsel von Prioritäten kann Dir hier helfen. Wie das gehen kann, dazu können wir uns gern einmal austauschen.

Gehe doch jetzt auf meine Homepage www.mbharder.com. Da findest Du alle Kontaktdaten und -möglichkeiten. Gib Deiner Lebensgeschichte jetzt einen neuen, anderen Anschub.

Ich freue mich auf den Kontakt mit Dir!

Eine erfolgreiche Woche wünscht Dir

Björn Harder

mbh-Impuls 7: Heute leben

mbh-Impuls 7: Heute leben

Auf das Zitat für den mbh-Impuls 7: Heute leben bin ich mal wieder zufällig gestoßen. Aber dieses Zitat fühlte sich gleich richtig an für einen Impuls für die neue Woche. Also gedacht, getan. Hier unser heutiger Impuls.

„In den letzten 33 Jahren habe ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut und mich dies gefragt. Und immer, wenn die Antwort ‚Nein‘ für zu viele Tage hintereinander war, weiß ich, dass ich etwas ändern muss.“

Steve Jobs

Aus meiner Sicht hat Steve Jobs voll und ganz recht. Er stellt die eindeutige Frage, ob seine eigene, begrenzte Lebenszeit es wert ist, für diese anstehende Aufgabe verbraucht zu werden. Und ja die Frage ist dazu auch noch sehr pointiert, denn sie spielt klar mit einem Faktum, das uns alle sehr bewegt. Dem Letzten unserer Tage.

Ich habe in meiner Zeit als Coach schon unzählige Male mit Menschen über einen ungeliebten Job, eine ungewollte Umgebung oder andere Themen gesprochen, die diesen Menschen Energie und Zeit geraubt hat.

Fast immer war die erste Frage: Was kann ich tun, damit ich mich in dieser Situation besser zurecht finde?

Inzwischen mache ich mir schon einen professionellen Spaß daraus dies mit einem Gegenauftrag zu kontern: Was kann die Situation tun, um sich Ihnen anzupassen?

Was muss sich ändern? Die Situation oder ich?

Selbstverständlich ist das kein Scherz im Sinne einer Belustigung. Vielmehr möchte ich darauf hinweisen, dass es nirgendwo geschrieben steht, dass ich als Mensch mich selbst aufzugeben und anzupassen habe. Bin ich also Sklave der Umgebung, oder Gestalter meiner eigenen Welt?

Ganz schnell kommen dann Themen wie z.B. „ich muss doch Geld verdienen“, „ich kann doch nicht einfach gehen“, „es ist doch einfacher, wenn ich mich ändere, als wenn x andere das tun müssen“, „andere sind abhängig von mir, da kann ich nicht ausbrechen“ und vieles weitere hoch.

Doch die berechtigte Frage bleibt: Warum?

Unsere Zeit und unser Leben sind vergänglich. Während ich diese Zeilen schreibe, verrinnt eine Sekunde nach der anderen und ist damit unwiederbringlich vergangen. Wir können Zeit nicht sammeln, sparen oder verschieben.

Wir leben immer im Heute, im Hier und Jetzt. Auf alle Fälle mit unserem Körper. Unser Geist schlägt gerne mal Kapriolen in die Zukunft oder Vergangenheit. Wir planen, trauern nach, und sind eher selten im Hier und Jetzt.

Ja, wir brauchen finanzielle Mittel, um unser Leben in dieser Gesellschaft bestreiten zu können. Aber nirgendwo steht geschrieben, dass dies nur mit dieser anstehenden Aufgabe erfolgen kann oder darf.

Gibt es wirklich Grenzen bei meiner Entscheidung?

Die Geschichte des Tellerwäschers der Millionär wird, wird ganz viel bemüht, um die „unbegrenzten Möglichkeiten“ zu beschreiben. Doch so weit will ich gar nicht gehen. Es gibt im Leben sicherlich Limits. Ich kann bestimmt nicht morgen als Arzt oder Pilot arbeiten. Da fehlen wirklich wichtige Kenntnisse. Aber niemand kann es mir verbieten, mich in neue Felder einzuarbeiten.

Es gibt also die Chance auf die Entscheidung, die Steve Jobs in seinem Zitat anbietet. Manche Pfade muss ich mir sicherlich auch erst erobern, aber die Wege stehen mir grundsätzlich offen.

Wir wollen mit unserem mbh-Impuls 7: Heute leben also auch Mut machen. Stellt Euch diese Frage, trefft eine Entscheidung und dann setzt diese auch um.

Es ist nicht ein Tag der auffordert sein Leben zu verändern oder zu überdenken. Die Summe mehrerer Tage ist es, die heute, am Tag der Frage, dazu führt, dass ich zu einem Maß an „Nein“ komme, das die Notwendigkeit der Veränderung anzeigt.

Das ist dann die Aufforderung eine Veränderung, nicht zwingend den sofortigen Bruch, einzuleiten.

Unser mbh-Impuls 7: Heute leben

Wie ist denn Deine Antwort auf die Frage? Kommst Du zu einem vielfachen Nein?

Dann lass uns gemeinsam schauen, welche Wege sich öffnen und was es braucht, um den Mut für die richtige Abbiegung zu finden.

Alle notwendigen Kontaktdaten findest Du unter www.mbharder.com.

Wir sind schon gespannt auf Dich und Dein Thema.

Deine managementberatung björn harder

mbh-Impuls 2: Menschen begegnen

mbh-Impuls 2: Menschen begegnen

Der mbh-Impuls 2: Menschen begegnen, greift auf, was viele von uns mit den aktuellen Veränderungen der Pandemieregeln erneut schmerzlicher vermissen. Wir werden nochmals weiter abgeschnitten. Doch ist das wirklich so? Können wir unter den aktuellen Bedingungen anderen Menschen wirklich nicht mehr begegnen? Oder ist das wieder mal ein Trugschluss unseres Kopfes…

Und wieder einmal erhielten wir diese Woche Nachrichten, die wir eigentlich nicht hören wollten. Die Pandemie schränkt uns noch weiter ein. In einigen Bereichen Deutschlands wird jetzt sogar die Bewegungsfreiheit, der Bewegungsradius, klar definiert.

Jetzt mal ganz ehrlich unter uns – ich habe es nicht anders erwartet. Und nach Bildern wie denen z.B. aus dem Sauerland, wo Pisten gestürmt werden oder anderes mehr, haben wir es auch nicht besser verdient. Vieles, was wir einfach so gewohnt waren, funktioniert eben nicht mehr so. Nur scheinen das einige nicht kapieren zu wollen.

Menschen begegnen

Das war sicherlich auch einer der Gründe für die vollen Pisten, das Rave-Ereignis in der Bretagne oder für die privaten Feiern außerhalb der Regeln, die es Silvester usw. gegeben hat. Für uns Menschen ist es wichtig, dass wir Menschen begegnen. Die soziale Interaktion brauchen wir, wie die Luft zum Atmen.

Aber fragen wir uns doch bitte mal ganz ehrlich. Ist das „Aufeinanderhocken in großen Gruppen“ der einzige Weg, mit dem wir Menschen begegnen können? Ich behaupte Nein. Es geht anders.

Ich hatte in dieser Woche bereits viele Termine, die nicht in Präsenz stattgefunden haben. Darunter war einer, bei der ich einer Dozentenkollegin das allererste Mal begegnet bin. Wir haben uns in 5 Jahren der Zusammenarbeit nie gesehen, oder gesprochen. Für die Seminare in denen wir nacheinander agiert haben, haben wir uns nur schriftlich abgestimmt. Ein Treffen gab es einfach nicht.

Dann aber diese Woche. Und ja, ich muss und kann sagen, ich bin diesem Menschen begegnet. Per Video und auf Distanz und dann auch in einer Dreierrunde, aber das war eine echte, wertvolle Begegnung. Übrigens haben beide Seiten das so empfunden.

Es war toll, dass die bisherigen Worte nun endlich ein Gesicht bekommen haben, dass eine Stimme dazu gekommen ist und vor allem, dass es menschlich wurde.

Es geht anders

Mich hat das wieder darin bestätigt zu sagen, ja es geht anders. Menschen begegnen, muss nicht nur mit Präsenz vor Ort erfolgen. Und nein, wir als Menschheit schöpfen hier die zusätzlichen Möglichkeiten, die uns Technik bietet nicht voll aus. Wenn wir dies täten, dann wäre manch eine der Aktionen der Vergangenheit nicht passiert.

Auch darauf möchte der mbh-Impuls 2: Menschen begegnen hinarbeiten. Wir müssen viel mehr alle Möglichkeiten nutzen, statt nur in den bisherig bekannten zu verharren.

Ja, es ist ungewohnt mit den Großeltern per Videochat zu sprechen. Ja, es fühlt sich beim ersten Mal komisch an, wenn das Notebook auf dem Tisch steht und man in großer oder kleiner Runde miteinander isst.

Und auch Nein, es ist nicht möglich kleine Kinder via Skype miteinander spielen zu lassen. Es ist nicht möglich Grundschule mit Homeschooling zu ersetzen. Und Nein, auch die schönsten Worte per Zoom können es nicht ersetzen den Anderen mal in den Arm zu nehmen.

Aber genau diese Räume, in denen es nicht anders geht, machen wir mit dem Blödsinn an den anderen Stellen kaputt. Mich enttäuscht das und macht mich auch wütend.

Verzicht fällt uns allen schwer

Auch mir. Ich hätte auch mal wieder Spaß daran, mit dem Schlitten den Berg hinab zu sausen. Fand ich schon als Kind genial und ist bis heute so geblieben. Aber es geht gerade nicht.

Ich will Menschen begegnen, aber das geht anders. Wir müssen einfach bei aller Pandemiemüdigkeit aufmerksam bleiben und alle Möglichkeiten nutzen, damit Räume, die nicht anders funktionieren, erhalten bleiben können.

Ich möchte nicht der Grund dafür sein, dass ein Elternteil seinem kleinen Kind erklären muss, dass ihm menschliche Begegnung durch mein egoistisches Fehlverhalten entzogen wird. Andere können damit anscheinend besser leben als ich.

Mit dem mbh-Impuls 2: Menschen begegnen möchte ich heute einen anderen Akzent als sonst setzen.

Wir müssen Begegnung anders gestalten

Lasst uns alle nochmal wirklich darüber nachdenken, ob wir alles tun bzw. alles nutzen, um unseren bestmöglichen Beitrag zu leisten. Alles, was wir jetzt ändern können, sollten wir auch so tun, denn es ist noch an der Zeit. Wir müssen hier auch gegen unseren Kopf, unsere Wünsche arbeiten und das ist hart.

Aber eine Erkrankung oder ein noch dauerhafterer oder stärkerer Entzug sozialer Kontakte gerade bei den Kleinsten und Wehrlosesten unserer Gesellschaft ist noch schlimmer.

Menschen begegnen

Es sind Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.

Mein Dank geht an dieser Stelle an alle die, die sich an Regeln halten, die zurückstecken, die ihr Bestes tun. Ich will hier nicht nur meckern. Lasst uns gemeinsam weitermachen!

Ein schönes Wochenende wünscht Euch die managementberatung björn harder

Der mbh-Impuls zum Wochenende

Genieße den Moment
#jetztwasunternehmen

Genieße den Moment – Jetzt! Doch wie häufig tun wir das genau jetzt nicht? Irgendetwas ist ja immer und später haben wir noch ganz viel Zeit dafür.

Nur bleibt die Frage: Kommt dieser Moment später noch einmal wieder? Nein!

Genieße den Moment – das geht nur jetzt. Denn Momente, die ich hier meine, sind einzigartig und geschehen nur im Hier und Jetzt. Damit ist die Gefahr des Verpassens stets und ständig da.

Müssen wir jetzt aber jedem Moment das Maximum unserer Aufmerksamkeit widmen. Auch hier: Nein!

Das können wir gar nicht, denn wir verarbeiten in jedem Augenblick so viele Informationen, dass nicht jeder Moment diese Aufmerksamkeit bekommen kann und wird.

Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Bei wie vielen Momenten hattest Du das Gefühl, dass dies genau jetzt ein besonderer ist? Hast Du dann dem Augenblick genau diese Aufmerksamkeit gewidmet?

Ja? Herzlichen Glückwunsch. Genieße den Moment brauchst Du nicht mehr zu lernen.

Nein? Dann verschenkst Du eine Menge Glücklichsein und Genieße den Moment kann Dein Leben noch bereichern.

Unser mbh-Impuls zum Wochenende soll uns allen in Erinnerung rufen, wie kostbar Momente sind und wie aufmerksam und achtsam wir mit diesen umgehen können.

Kraft schöpfen, das Leben und seine Momente genießen, gerade auch in diesen Zeiten. Das ist wichtig und vor allem richtig.

Wir brauchen den Ausgleich für alles das, was uns stresst. Nur von den Nachrichten des Tages, zur Zeit häufig gespickt mit kleinen und großen Hiobsbotschaften, können wir nicht existieren.

Lass auch das Gute, das Besondere aktiv in Dein Leben, suche danach, genieße den Moment jetzt und sorge damit für das richtige Gleichgewicht.

Auch an diesem Wochenende wird es in Deinem Leben wieder viele Momente zum Genießen geben. Nimm sie wahr, feiere sie, schenke ihnen aktiv Aufmerksamkeit.

Es lohnt sich auf alle Fälle.

Ein wundervolles, genussreiches Wochenende wünscht Dir die managementberatung björn harder.

Give me my Corona

Heute ist es genau 6 Monate her, dass ich wegen Corona in den Lockdown musste. 6 Monate voller Erlebnisse, voller Erfahrungen, voller Gedanken und Handlungen. Langweilig war es auf alle Fälle nie. Ein ganz persönlicher Rückblick.

Wir schreiben den 16. März 2020 und bis heute ist das Jahr noch ohne besondere Vorkommnisse, wenn man mal vom allgemeinen Wahnsinn und der typischen hyperbeschleunigten Welt absieht. Aber heute wird etwas passieren, mit dem wir in Deutschland alle nicht gerechnet haben. Heute kommt er, der Lockdown, und es wird eine echte (hoffentlich einmalige) Erfahrung.

Die ersten 72 Stunden danach, habe ich heute unter „Erfahrungen“ abgebucht, aber unter denen der ganz krassen Sorte. 98% des Auftragsbestandes lösen sich buchstäblich in Luft aus, nein, werden nicht nur verschoben, sondern komplett gestrichen mit der Farbe rot. Nichts geht mehr.

Was dann kommt, ist Homeoffice, aber na ja, das stört mich ja nicht, das mache ich ja schon seit 5 Jahren und damit komme ich bestimmt gut zurecht. Spannend wird jetzt aber, dass wir ja alle zuhause sind. 4 Personen-Haushalt und jetzt auf unabsehbare Zeit erstmal gemeinsam gestalten.

Beruf, Ehe, Kinder, Schule, Abitur, Leben, Haus, Freunde, Eltern und vieles, vieles mehr will jetzt erst einmal organisiert, neu strukturiert, diskutiert und geplant sein. Darüber gehen dann schon mal die ersten 14 Tage hinweg. Geht doch schneller als erwartet, so eine Quarantäne.

Aber nach dem Chaos der ersten Tage – was kommt dann? Wie geht es jetzt weiter? Was kann ich tun, denn Arschbombe auf’s Sofa, Netflix an und bis zur Wiedereröffnung des Lebens streamen, ist so überhaupt nicht meine Welt.

Wird auch finanziell dann echt schwierig, also kreativ sein, Lösungen finden.

Wer will, findet Lösungen, wer nicht will, findet Ausreden – das bewahrheitet sich mal wieder. Schwupps sind die ersten Lösungen gestrickt und das Leben hat mich wieder. Auf anderen Kontaktwegen, als bisher, aber mit Blog, Podcast und intensiver Nutzung der Social Media Accounts lässt sich zumindest Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit generieren.

Was die private Seite betrifft, da bleibt es spannend, Homeschooling ist mit zwei Kindern rund um die Volljährigkeit eher kein Problem, aber ein Kind, das um seine Abiturprüfung bibbert, ist definitiv eine Herausforderung. Aber auch das lässt sich lösen und wie ich feststellen darf, ist mit 4 Personen gleichzeitig 4 Videokonferenzen führen bei unserer Datenleitung problemlos möglich. Gelobt sei die städtische Highspeed-Anbindung.

Dann wird es aber langsam zäh. Wir kommen gut mit uns zurecht und wir haben den Vorteil des mal „in den Garten gehen“-Könnens, aber immer nur gemeinsam auf dem Haufen stresst uns doch langsam und stetig. Aber auch dafür finden wir Lösungen und trotz aller Wirrnisse sind wir irgendwie auch froh uns alle mal ganz intensiv und auch länger wieder mal zu sehen.

Ich war wohl in 2019 etwas sehr viel unterwegs und jetzt kommen die Infos nachträglich zusammen – spannend so ein Familienleben quasi ohne Vater. Und vor allem es gibt wirklich viel zu erzählen – das füllt Abende ungemein.

Wir können auch endlich mal Dinge besprechen, die sonst immer zu kurz kommen, wir können Pläne schmieden für die berühmten „eigentlich’s“ und das Thema Heimwerken kommt auch nicht zu kurz – dafür haben wir denn nun auch wieder einen tollen Flurbereich vom Erdgeschoss bis in den ersten Stock. Familienleistung!

Und dann kommt es – die ersten Öffnungen und Lockerungen und prompt geht es auch los: Ein erster kleiner Auftrag, der auch mit Präsenz geht (endlich raus aus der reinen Online-Welt), das eine Kind macht sein Abitur, die Frau kann sporadisch mal ins Büro, das andere Kind hat mal Zeit ganz allein zuhause und kann darüber abschalten. Geht doch – da reichen schon kleine Dinge.

Der Rest ist dann einfach Schritt-für-Schritt-Entwicklung. Je mehr sich öffnet, desto mehr ist auch uns möglich und wir nutzen es in vollem Bewusstsein der Rückkehr des „normalen“ Lebens. Bewusst leben – jetzt hat diese Phrase auch für uns alle eine echte Bedeutung.

Vorsichtig etwas daraus machen, das ist jetzt die Devise, denn keiner will wieder das Rad komplett zurückdrehen.

Zwischenfazit, denn noch ist es ja nicht vorbei: Auch wir hatten unsere Herausforderungen und die hatten es dann auch gut in sich, aber im Kern sind wir gut durch die bisherige Phase gekommen. Vielleicht ist es auch der unverbesserliche Optimist in mir, der die Wolken rosarot färbt, aber es war schlimm und doch kein Weltuntergang.

Wie immer im Leben galt und gilt auch hier – Augen auf, sich mit Informationen versorgen, Alternativen ausarbeiten und aktiv gestalten. Was nicht klappt, wird anders neu versucht und aufgeben zählt einfach nicht. So waren 6 Monate Corona gut zu leben und es gibt auch immer noch Kraft für mehr.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht und freuen uns auf ganz viele gesunde Tage und die Rückkehr in eine neue Realität, die wir bestimmt als wertvoller betrachten werden, da wir nun wissen, was wir bei allen Einschränkungen wirklich vermissen, wirklich brauchen und wieder zurückbekommen.