Was.War.Das.Denn?

Ocean Wave

Wow, was für 3 Wochen… Wie eingespannt man war, merkt man immer erst im Rückspiegel. Und meiner fiel heute drastisch aus. Aber das waren auch fast drei Wochen mit dem Fuß komplett auf dem Gaspedal und vor allem Pedal bis auf’s Blech durchgedrückt. War das gut oder war das schlecht? Eine kleine persönliche Betrachtung…

Ich sollte mich als Selbstständiger doch freuen. Aufträge! Und das in Zeit von Corona. Und ja, ich freue mich auch. Die letzten Wochen waren interessant, gut, herausfordernd, wirtschaftlich durchaus lohnend und ich war in der Breite meines Wissens und Könnens gefordert. Was kann Mensch in seiner Arbeitswelt mehr wollen? Viele in unserem Wirtschaftsleben würden sich freuen, wenn sie wieder mal überhaupt etwas hätten und ich „klage“ über bunte Wochen? Nein, ganz bestimmt nicht, aber aus allen Zeiten gibt es etwas zu lernen, zu beobachten und abzuleiten.

Ich habe das Bild zum heutigen Beitrag sehr bewusst ausgewählt und möchte dies auch als bildliche Metapher für meine Wochen nutzen.

Das Leben rollte wieder auf mich zu und hatte soviel Kraft, dass es mich wie auf einer Fontäne in die Luft geworfen hat. Denn es kam nicht nur beruflich, nein, auch privat, im Freundeskreis, im Persönlichen und an vielen weiteren Ecken auf einmal. Keine Vorwarnung, kein Luftholen, kein Links und Rechts, sondern wie von externer Hand geführt massiv herumgewirbelt.

Der Satz „Leben heißt Veränderung“ hätte auch eine passende Überschrift abgegeben, aber auch wenn mich Germanisten jetzt hassen werden (oder vielleicht auch nur den Kopf schütteln) – genau so muss die Überschrift heute sein!

Wer mich kennt weiß, dass ich ein hochemotionaler, aber auch sehr strukturierter und organisierter Mensch bin. Meine berufliche Organisation leite ich schon rein optisch immer an meinem Eingangskorb im Mailaccount ab. Dort herrscht ein gern gesehener Clean-Desk. Was abgearbeitet ist, kommt in die Archivordner, was noch „aktiv“ ist, bleibt stehen.

Ich habe über die letzten Tage und Wochen GESEHEN, dass die Liste sich füllt, Themen nicht abgeschlossen sind und ich schlussendlich, Stand heute, ZWEI volle Bildschirmseiten als Inbox habe. Andere werden mich jetzt anlächeln und sagen: sei froh, es sind nur zwei, aber ich für mich sage: geht gar nicht…

Es sind Aufgaben darunter, die wären auch bei „perfektem Verlauf“ noch offen, weil es einfach nur langsam vorangeht, aber es sind auch Themen darunter, die ich in diesem Blog und vor allem auch in meinem PodCast unter www.wasunternehmen.tips verarbeiten wollte. Denn was ist dort passiert? GAR NICHTS! Und das ist maximal doof.

In meinem PodCast habe ich meinen Hörern eine bestimmte Veröffentlichungsfrequenz versprochen und auch von meinem Blog weiß ich, dass dieser inzwischen gern und vor allem regelmäßig gelesen wird. Insbesondere die Wochenimpulse finden viele dankbare Abnehmer*innen und ich bekomme dazu viele Rückmeldungen. Auch hier herrscht, um mal im maritimen Bild zu bleiben, dauerhafte Ebbe. Passend zur Wasserknappheit, die uns die Hitze der letzten Wochen in vielen Regionen beschert hat.

Aber nicht nur für meine Leser und meine Hörer, sondern vor allem auch für mich ist dies ein Kanal nach außen , um Themen, die mich bewegen, die mir wichtig sind, die ich für die Wirtschaft aktuell für relevant halte, aufzubereiten, zu positionieren und erkennbar zu machen.

Meine Corona-Zeit habe ich bewusst genutzt, um mich zu sortieren und auch, um mir selbst eine Vorstellung davon zu machen, wie ich denn den Wiederanlauf meines Unternehmens gestalten möchte. Das beinhaltete auch eine Prioritätensetzung, den Einbezug neuer Themen, Methoden, Instrumente und der aufmerksame Leser wird sich auch noch an meinen Ausruf der 4-Tage-Woche erinnern, die ich nutzen wollte, um eben nicht mehr „unter die Räder“ zu kommen, nicht wieder energielos zu sein.

Aber kaum kommt die erste Welle, was passiert? Alles löst sich in Schall und Rauch auf, das Hamsterrad ist wieder voll da. Da frage ich mich doch zurecht selbst: Was habe ich da gemacht?

Diese Frage stelle ich regelmäßig meine Klienten, also muss ich diese auch gegen mich gelten lassen. Und die Antwort ist genauso einfach wie bei meinen Klienten: Ich habe mich nicht an die selbst gesetzten Regeln gehalten. Ich habe mich (wieder mal) hinten angestellt und bin mit meinen Kunden zusammen, mit meiner Umwelt, mit allem, was da kam voll nach vorne gegangen. Alte Muster übernahmen sofort wieder das Regime und mein inneres Team folgte sofort wieder der alten Zusammensetzung.

Wer bin ich und wenn ja wieviele – kann ich heute aus dem Rückspiegel ganz genau beantworten. Das gefällt mir noch nicht, also muss ich weiter hart daran arbeiten, aber es zeigt mir auch wieder etwas anderes: Ich bin Mensch!

Und das ist auch gut so!

Der Mensch in mir setzt sich wieder Ziele und versucht es eben nochmal. „Aufgeben“ gilt nicht, ist einfach keine Option…

Meine Anfangsfrage war: Ist das gut oder ist das schlecht? Und wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, denn wie immer gibt es positive und negative Aspekte, je nachdem aus welcher Brille man schaut, welche Facette man betrachtet.

Was können wir jetzt aber alle wieder daraus lernen? Eine kurze und sicher nicht abschließende Aufzählung:

a) Jeder Plan hält nur bis zum ersten „Feindkontakt“
b) Wir können Pläne überarbeiten und neu ansetzen
c) Auch Profis sind Menschen, machen „Fehler“ und gerade deswegen können aus der Erfahrung helfen und wirklichen Nutzen bringen
d) Der Blick in den Rückspiegel ist und bleibt ganz wichtig
e) Man muss sich schon selbst ernst nehmen, wenn man etwas verändern will
f) … ich könnte wahrscheinlich stundenlang so weiter machen…

Was ist denn mit Ihrer Welt/Ihrem Rückspiegel? Lohnt sich auch dort mal genau jetzt der kritische Blick hinein? Was ist aus Ihren Zielen und Prioritäten geworden.
Wir alle sind Menschen und unsere Chance liegt in der Entwicklung.

Wollen wir gemeinsam daran arbeiten und was kann ich von Ihnen lernen? Auch eine spannende Frage…

Ich freue mich auf den Kontakt mit Ihnen und auch auf viele Kommentare, Hinweise oder was auch immer.

Bleiben Sie munter und wandlungsfähig!
Ihr Björn Harder

Der mbh-Impuls zur neuen Woche

Die Welt ist nun mal eben so, wie die Welt eben ist. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz so oder in leicht veränderter Form schon gehört habe. Wenn ich für jedes Mal einen Euro bekommen hätte, dann… – Ja, was dann? Wie würde die Welt dann aussehen? Ein kleines Gedankenspiel…

Wie ist die Welt? Was ist Realität? Gibt es die absolute Realität? Ich behaupte: Nein!

Realität entsteht immer durch die Filter unserer Wahrnehmung, durch die Art und Weise wie wir es erlernt haben, mit den Eindrücken, die sekündlich zu Tausenden auf uns einstürmen, umzugehen. Was filtern wir heraus? Was bleibt im Filter stecken?

Das was durchkommt, wird zu unserer Sicht auf die Realität. Unsere Filter bestimmen wir aber mit unseren Gedanken. Unsere Prioritäten, unsere Werte, die wir bewusst setzen, bestimmen dann auch, was unsere Filter durchlassen.

Sie kennen das ganz bestimmt auch: Sie möchten sich etwas Neues kaufen und informieren sich, recherchieren und beschäftigen sich damit. Nehmen wir als Beispiel des Deutschen liebstes Spielzeug: das Auto.

Sie surfen sich durch’s Internet, schauen beim Händler, vielleicht sogar noch ganz altertümlich mit einem Katalog (gibt es die überhaupt noch? Keine Ahnung…). Aber Sie bewegen sich auch im ganz normalen Umfeld, dem täglichen Straßenverkehr. Und ganz plötzlich sehen Sie immer mehr Autos, wie das, das Sie selbst neu erwerben wollen. Gefühlt ist die Welt urplötzlich voll davon.

Ein Gedanke hat Ihre Welt verändert, denn vorher war die Welt nicht voll mit diesem Fahrzeug.

Dieser „Trick“ funktioniert aber nicht nur mit Konsumgegenständen, sondern auch mit allen anderen Dingen in unserem Leben. Es braucht die bewusste Änderung unserer Filter, den Anstoß „zum Anderen“ und schon ändert sich auch unsere Welt.

Das Problem ist nur, dass wir nicht in allen Feldern selbst erkennen können, ob unsere Welt hier anders sein könnte. Wir sind gefangen in der eigenen Wahrnehmung, unsere Eindrücke können nicht anders werden, weil wir die Filter nicht ändern können, die für andere Eindrücke sorgen würden. Quasi ein kleiner Teufelskreis.

Wir spüren aber trotz unserer Filter, ob wir in einer Situation, einer Wahrnehmung, einer Welt zufrieden sind oder nicht. Unser „Bauchgefühl“ signalisiert uns sehr häufig, dass eine Veränderung notwendig wäre – wir hören inzwischen nur noch wenig darauf.

Wir leben inzwischen häufig in einer Welt der „Blasen“, der sich selbst bestätigenden Wahrnehmungen, in Umfeldern, die wir uns genau danach suchen, weil sie uns in unserer Wahrnehmung ja bestätigen. Das macht uns aber nicht glücklicher…

Wenn wir aus dieser Blase ausbrechen wollen, braucht es externe Impulse. Anstöße, die unser Denken beeinflussen können. Uns dazu bringen über uns, unsere Wahrnehmung, unsere Filter nachzudenken und sie selbst zu verändern.

Solche Impulse kann ein Coaching liefern. Hier kommt die Situation, die Sie beleuchten wollen auf den Tisch und gemeinsam mit dem Coach arbeiten Sie selbst an Ihrer Wahrnehmung, entwickeln Ihre Ideen für „das Andere“ und verändern Ihre Gedanken und Filter. Und damit Ihre eigene Welt.

Womit ist Ihr Bauch nicht zufrieden? Kann das ein Anlass für einen externen Impuls sein? Wenn ja, dann sollten wir sprechen!

Ihnen allen eine erfolgreiche und schöne Woche!