mbh-Impuls 3: Menschen führen Menschen

mbh-Impuls 3: Menschen führen Menschen

Der mbh-Impuls 3: Menschen führen Menschen greift eine Führungsfacette auf, die ich schon seit Jahren im Nirvana des Vergessens gewähnt habe. Dem ist aber nicht so, wie ich in der vergangenen Woche erleben musste. Für mich Anlass genug, dies einmal aufzugreifen. Unser heutiger mbh-Impuls 3 für die neue Woche.

Mir ist in der letzten Woche ehrlich die Luft weggeblieben. Ungläubiges Staunen und dann Entsetzen bildeten sich aus, als ich ein Erstgespräch zum Coaching hatte.

Die Führungskraft eines Produktionsunternehmens steht vor der Herausforderung, die Kluft zwischen sich und den Mitarbeiter:innen zu schließen. Die Führungskraft spürt diese Kluft auch, aber kann sich nicht herleiten, woher diese Kluft kommt. Insbesondere mit dem Vorwurf, es würde kein Interesse an den Menschen bestehen, ist befremdlich.

„Wir sind ja in der Firma nicht befreundet, da geht es nur um den Job. Mich interessieren die Typen da auch gar nicht.“ – Wow.

Bevor hier ggf. eine Welle der Entrüstung losbricht – Dieser Artikel ist mit der Führungskraft abgestimmt. Ich darf diese Thematik nutzen, ohne mit dem Coachinggeheimnis zu brechen. Wir haben beide gemerkt, dass uns diese Thematik tief bewegt und wir auf unterschiedliche Weise dafür einen Kanal finden müssen. Für mich darf es dieser Blog sein. Dafür auch ein ehrliches Danke an die betreffende Person.

Menschen führen Menschen, was aber heißt das?

Wieviel und welches Interesse ist den nötig/hilfreich, um es nicht zu so einer Kluft kommen zu lassen? Das wird uns beide in den kommenden Terminen sicherlich beschäftigen.

Hierzu einige Worte aus meiner Perspektive: Meine Mitarbeiter:innen müssen nicht meine Freunde werden, sie müssen nicht Bestandteil meines Privatlebens werden. Aber sie verdienen es im beruflichen Kontext nicht nur als sachlicher Produktionsfaktor, sondern als Mensch mit Gefühlen, Bedarfen, Gedanken und vielem mehr wahrgenommen und behandelt zu werden.

Meine Frage an den Coachee: „Wenn Sie denn die Mitarbeiter:innen nur versachlichen, sind Sie selbst dann auch nicht Mensch in der Firma?“ sorgte für ganz stilles Schweigen und das länger als gedacht.

Die Person selbst nimmt für sich selbstverständlich in Anspruch „Mensch“ zu sein. Launen, Gefühle, Gedanken usw. werden kundgetan und es wird erwartet, dass Andere damit umgehen. Aber die Gegenleistung wird nicht erbracht.

Ohne dieses zumindest rudimentäre Interesse wird führen aber schwer. Wie das Zitat sagt: „Wie Schwimmen ohne Wasser“. Denn nach nicht allzu langer Zeit wird sich der Nicht-Wahrgenommene anfangen zu verweigern.

Damit steigt mit jeder Interaktion mein Führungsaufwand, denn die Starre wird parallel weiter mit steigen, bis daraus eine Konfrontation wird.

Diesen Punkt hat mein(e) Coachee nun erreicht.

Das Gute ist aber, das Unternehmen und auch die zu Führenden geben der Person eine Chance. Das ist Interesse am Menschen, nicht nur an einer sachlichen Leistung.

Der mbh-Impuls 3: Menschen führen Menschen

Was denkt Ihr zu der Thematik? Erlebt Ihr auch noch die Missachtung, oder gibt es bei Euch schon die positiven Beispiele?

Schreibt mir gern dazu. Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen. Dafür vielen Dank vorab.

Eine schöne Woche wünscht Euch die managementberatung björn harder

mbh-Impuls 2: Menschen begegnen

mbh-Impuls 2: Menschen begegnen

Der mbh-Impuls 2: Menschen begegnen, greift auf, was viele von uns mit den aktuellen Veränderungen der Pandemieregeln erneut schmerzlicher vermissen. Wir werden nochmals weiter abgeschnitten. Doch ist das wirklich so? Können wir unter den aktuellen Bedingungen anderen Menschen wirklich nicht mehr begegnen? Oder ist das wieder mal ein Trugschluss unseres Kopfes…

Und wieder einmal erhielten wir diese Woche Nachrichten, die wir eigentlich nicht hören wollten. Die Pandemie schränkt uns noch weiter ein. In einigen Bereichen Deutschlands wird jetzt sogar die Bewegungsfreiheit, der Bewegungsradius, klar definiert.

Jetzt mal ganz ehrlich unter uns – ich habe es nicht anders erwartet. Und nach Bildern wie denen z.B. aus dem Sauerland, wo Pisten gestürmt werden oder anderes mehr, haben wir es auch nicht besser verdient. Vieles, was wir einfach so gewohnt waren, funktioniert eben nicht mehr so. Nur scheinen das einige nicht kapieren zu wollen.

Menschen begegnen

Das war sicherlich auch einer der Gründe für die vollen Pisten, das Rave-Ereignis in der Bretagne oder für die privaten Feiern außerhalb der Regeln, die es Silvester usw. gegeben hat. Für uns Menschen ist es wichtig, dass wir Menschen begegnen. Die soziale Interaktion brauchen wir, wie die Luft zum Atmen.

Aber fragen wir uns doch bitte mal ganz ehrlich. Ist das „Aufeinanderhocken in großen Gruppen“ der einzige Weg, mit dem wir Menschen begegnen können? Ich behaupte Nein. Es geht anders.

Ich hatte in dieser Woche bereits viele Termine, die nicht in Präsenz stattgefunden haben. Darunter war einer, bei der ich einer Dozentenkollegin das allererste Mal begegnet bin. Wir haben uns in 5 Jahren der Zusammenarbeit nie gesehen, oder gesprochen. Für die Seminare in denen wir nacheinander agiert haben, haben wir uns nur schriftlich abgestimmt. Ein Treffen gab es einfach nicht.

Dann aber diese Woche. Und ja, ich muss und kann sagen, ich bin diesem Menschen begegnet. Per Video und auf Distanz und dann auch in einer Dreierrunde, aber das war eine echte, wertvolle Begegnung. Übrigens haben beide Seiten das so empfunden.

Es war toll, dass die bisherigen Worte nun endlich ein Gesicht bekommen haben, dass eine Stimme dazu gekommen ist und vor allem, dass es menschlich wurde.

Es geht anders

Mich hat das wieder darin bestätigt zu sagen, ja es geht anders. Menschen begegnen, muss nicht nur mit Präsenz vor Ort erfolgen. Und nein, wir als Menschheit schöpfen hier die zusätzlichen Möglichkeiten, die uns Technik bietet nicht voll aus. Wenn wir dies täten, dann wäre manch eine der Aktionen der Vergangenheit nicht passiert.

Auch darauf möchte der mbh-Impuls 2: Menschen begegnen hinarbeiten. Wir müssen viel mehr alle Möglichkeiten nutzen, statt nur in den bisherig bekannten zu verharren.

Ja, es ist ungewohnt mit den Großeltern per Videochat zu sprechen. Ja, es fühlt sich beim ersten Mal komisch an, wenn das Notebook auf dem Tisch steht und man in großer oder kleiner Runde miteinander isst.

Und auch Nein, es ist nicht möglich kleine Kinder via Skype miteinander spielen zu lassen. Es ist nicht möglich Grundschule mit Homeschooling zu ersetzen. Und Nein, auch die schönsten Worte per Zoom können es nicht ersetzen den Anderen mal in den Arm zu nehmen.

Aber genau diese Räume, in denen es nicht anders geht, machen wir mit dem Blödsinn an den anderen Stellen kaputt. Mich enttäuscht das und macht mich auch wütend.

Verzicht fällt uns allen schwer

Auch mir. Ich hätte auch mal wieder Spaß daran, mit dem Schlitten den Berg hinab zu sausen. Fand ich schon als Kind genial und ist bis heute so geblieben. Aber es geht gerade nicht.

Ich will Menschen begegnen, aber das geht anders. Wir müssen einfach bei aller Pandemiemüdigkeit aufmerksam bleiben und alle Möglichkeiten nutzen, damit Räume, die nicht anders funktionieren, erhalten bleiben können.

Ich möchte nicht der Grund dafür sein, dass ein Elternteil seinem kleinen Kind erklären muss, dass ihm menschliche Begegnung durch mein egoistisches Fehlverhalten entzogen wird. Andere können damit anscheinend besser leben als ich.

Mit dem mbh-Impuls 2: Menschen begegnen möchte ich heute einen anderen Akzent als sonst setzen.

Wir müssen Begegnung anders gestalten

Lasst uns alle nochmal wirklich darüber nachdenken, ob wir alles tun bzw. alles nutzen, um unseren bestmöglichen Beitrag zu leisten. Alles, was wir jetzt ändern können, sollten wir auch so tun, denn es ist noch an der Zeit. Wir müssen hier auch gegen unseren Kopf, unsere Wünsche arbeiten und das ist hart.

Aber eine Erkrankung oder ein noch dauerhafterer oder stärkerer Entzug sozialer Kontakte gerade bei den Kleinsten und Wehrlosesten unserer Gesellschaft ist noch schlimmer.

Menschen begegnen

Es sind Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.

Mein Dank geht an dieser Stelle an alle die, die sich an Regeln halten, die zurückstecken, die ihr Bestes tun. Ich will hier nicht nur meckern. Lasst uns gemeinsam weitermachen!

Ein schönes Wochenende wünscht Euch die managementberatung björn harder